Im März 2026 unternahmen wir, der Deutsch-Leistungskurs von Frau Kleinhenz des Abiturjahrgangs 2026/27, eine Exkursion nach Weimar im Bundesland Thüringen. Ziel der Fahrt war es, den parallel dazu behandelten ersten Teil der Faust-Tragödie nicht nur theoretisch zu erfassen, sondern diesen vor Ort lebendig zu erleben und ein tieferes Verständnis für die Entstehung des Werkes sowie für das Leben der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller zu gewinnen.
Ein zentraler Bestandteil unseres Programms waren die Führungen durch das Goethe-Nationalmuseum und das Schillerhaus. Dabei erhielten wir eindrucksvolle, vielschichtig vermittelte Einblicke in das Leben und den Arbeitsalltag der beiden Dichter. So schlenderten wir mittels einer Audiotour durch das imposante Haus Goethes, besichtigten mit einem Tour-Guide alle Wohnbereiche des Dichters und lernten von Schiller die originalen Wohn- und Arbeitsräume kennen. Vieles, was im Unterricht abstrakt geblieben war, wurde durch diese unmittelbaren Eindrücke greifbar und verständlicher. Man konnte sich besser vorstellen, unter welchen Bedingungen ihre Werke entstanden sind und wie eng Leben und Dichtung miteinander verbunden sind.
Ein weiteres Highlight der Exkursion war der Besuch der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek. Die beeindruckende Architektur mit ihren hohen Decken, den hellen Wänden und den kunstvollen goldenen Verzierungen verlieh dem Raum eine ganz besondere Atmosphäre. Viele von uns waren fasziniert von der Ruhe und Wirkung des Raumes, ebenso von der historischen Bedeutung dieses Ortes, der bis heute ein Symbol für Wissen und kulturelles Erbe darstellt. Eine zusätzliche wertvolle Erfahrung machten auch ein paar Schüler von uns, als sie die Chance erhielten, bei einer nicht geplanten Ausstellung die originale Luther-Bibel erblicken zu können.
Neben den geplanten Programmpunkten hatten wir auch die Möglichkeit, Weimar in kleinen Gruppen eigenständig zu erkunden. Diese Zeit nutzten wir, um durch die Altstadt zu schlendern, kleine Geschäfte zu entdecken oder einfach die altertümliche Stimmung der Stadt auf uns wirken zu lassen. Dabei wurde deutlich, wie stark Geschichte und Gegenwart hier miteinander verbunden sind. Beim Betrachten der Fachwerkhäuser wurde deutlich, wie wertvoll der Stadt ihre Geschichte ist. Orte, wie das Denkmal von Goethe und Schiller, erinnerten uns immer wieder daran, welche kulturelle Bedeutung die Stadt bis heute hat. Gleichzeitig boten moderne Cafés und Geschäfte einen lebendigen Kontrast. Stets in unseren Taschen waren dabei unsere Faust-Ausgaben. Die Exkursion bot eine gute Möglichkeit, um Bildung ohne den Druck einer Klausur und Noten zu genießen. So sagten wir unsere Lieblingszitate vor dem Goethe und Schiller-Denkmal auf und hielten Monologe im Goethe-Haus, ohne das drückende Gefühl einer verpflichtenden Aufgabe zu verspüren.
Ein besonders eindrucksvoller und zugleich nachdenklich stimmender Programmpunkt war der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Dieser Ort führte uns auf eindringliche Weise ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte vor Augen. Die Erfahrungen dort unterschieden sich stark von den anderen Programmpunkten, da sie uns emotional sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt haben. Viele von uns nahmen diesen Besuch als wichtigen Impuls mit, sich intensiver mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Auch außerhalb des offiziellen Programms war die Exkursion eine bereichernde Erfahrung. Besonders die gemeinsamen Abende stärkten die Klassengemeinschaft. Ob beim gemeinsamen Essen, Gesprächen oder einfach beim Zusammensitzen, diese Momente trugen dazu bei, dass wir uns als Gruppe noch besser kennenlernen und eine schöne gemeinsame Zeit verbringen konnten.
Insgesamt war die Exkursion nach Weimar eine sehr wertvolle und abwechslungsreiche Erfahrung. Sie hat uns nicht nur dabei geholfen, die Inhalte aus dem Unterricht besser zu verstehen, sondern auch gezeigt, wie lebendig Literatur und Geschichte sein können, wenn man sie vor Ort erlebt. Gleichzeitig konnten wir als Kurs enger zusammenwachsen und viele gemeinsame Erinnerungen und Fotos sammeln. Frau Kleinhenz hat uns die Möglichkeit dieser Exkursion gegeben, jedoch auch die Verantwortung diese selbst zu organisieren. Eine Mitschülerin hat sich dafür besonders ins Zeug gelegt. Wir möchten uns dafür bei Özlem bedanken. Sie hat die komplette Organisation für diese Fahrt auf sich genommen, und hat uns so dieses tolle Wochenende ermöglicht.
Wir würden daher jedem zukünftigen Deutsch-Leistungskursen empfehlen, in den Zug zu steigen, um die nächste Unterrichtseinheit nach Weimar zu verlegen.



