Jugendverschuldung ist in Deutschland immer wieder ein Thema. Die Diskussion hierüber ist oft geprägt von Bildern, die junge Menschen mit teuren Smartphones zeigen.
Die Verschuldung vieler Jugendlicher scheint also auf ihr Konsumverhalten zurückzugehen. Doch die Konsequenzen bleiben hier nicht stehen. Ist die Schuldenfalle bei Jugendlichen einmal zugeklappt und das Geld dauerhaft nicht vorhanden, können ernsthafte Probleme auf sie zukommen.
Im Jahre 2015 hatten 31 Prozent der 14- bis 24-Jährigen bereits einmal Schulden. Das ergab eine Umfrage der GfK für den Bundesverband Deutscher Banken.
Kostenfallen erkennen können, sich kritisch mit Finanzierungsalternativen auseinander setzen und wissen, an welche Institutionen man sich im Notfall wenden kann, sind daher wichtige Kompetenzen. All diese wurden beim Projekt „JoSch“ – Jugend ohne Schulden an der GKS vermittelt.
An vier Veranstaltungsterminen zwischen dem 18.05. und 24.05.2022 nahmen ca. 100 Schülerinnen und Schüler der GKS aus den Bereichen Kaufmännische Berufsschule Wirtschaft und Verwaltung, dem Gebiet Steuerfachangestellte und Kaufleute für Büromanagement, den Fachlageristen und Lagerlogistikern sowie Speditionskaufleute an besagter Präventionsveranstaltung zur Vermeidung von Überschuldung teil.
Das ehrenamtliche Projekt der Diakonie Offenbach, Dreieich, Rodgau vermittelt Schuldenprävention für Jugendliche ab 14 Jahren. Dabei geht es unter anderem um das richtige Einschätzen von Konsumbedürfnissen, das Durchschauen von Werbestrategien und Kostenfallen, aber auch das Erstellen von Haushalts- und Budgetplänen mit dem Ziel eine umfangreiche Finanzkompetenz zu erlangen und garnicht erst Gefahr zu laufen, in die Schuldenfalle zu tappen.
Die Einführung in die Thematik fand anhand des Dokumentarfilms „Raus aus der Schuldenfalle“ aus der TV-Reihe „Menschen hautnah“ statt. Mit Schwerpunkten wie Kostenfallen Internet und Smartphone, Lebenshaltungskosten oder auch (Glücks-)Spielsucht konnten die Ehrenamtlichen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler interaktiv und adressatennah erreichen. Zudem wurden auch Einblicke in die Praxis eines Schuldnerberaters gewährt und Haushaltpläne erstellt, um so das eigene Konsumverhalten und Haushaltsbudget zu analysieren und reflektieren.
Dieses Projekt wurde erstmalig an der GKS durchgeführt und wurde durchweg gut angenommen. Erneute Durchführungen, auch in anderen Schulformen, sind geplant. Denn die Schülerinnen und Schüler profitieren von den Erfahrungen der Referenten aus der Praxis, die über ein Thema sprechen, das jeden im Laufe seines Lebens betreffen kann.
Vermittelt wurde die Veranstaltung durch Herrn Engelbert Van De Lound, der gemeinsam mit Rüdiger Frenk auch als Referent tätig war. Die Verantwortlichen an der GKS sind Frau StDin Wenzel und Frau StDin Hauck.
Auch die Schülerinnenperspektive soll hier nicht zu kurz kommen:
Projektbericht von Deborah De Groot
Am heutigen Schultag ergab sich für uns die Möglichkeit, dass wir als Klasse an dem Workshop „Jugend ohne Schulden“ teilnehmen durften. Immer häufiger geraten Jugendliche und junge Erwachsene in die Schuldenfalle. Deutlich gemacht wurde dies durch einen Kurzfilm, in dem 3 junge Erwachsene ihre Erfahrungen geschildert haben und wie hoch die Summe ihrer Schulden tatsächlich ist. Wir wurden ebenso über Dinge wie, Fallen von Ratenkäufen, Gefahren im Internet, Handkäufe, Privatinsolvenz und Gläubiger aufgeklärt. Aber um das Ganze nicht nur theoretisch zu betrachten, haben wir eine praktische Übung durchgeführt. Anhand von Fallbeispielen füllten wir in Kleingruppen einen Haushaltsplan aus. Dabei mussten wir schon feststellen wie schnell das Geld weg sein kann aber auch wie schwer es doch ist damit umzugehen. Den Luxus für den wir uns in dem Beispiel oder vielleicht auch im realen Leben entscheiden würden, hat die verfügbaren Kosten „gesprengt“ und war in diesem Ausmaß nicht „drin“. Wir haben gemerkt wie wichtig es ist doch einmal genauer nachzurechnen und sowohl Anschaffungen als auch sonstige Dinge zu überdenken.
Ich selber habe mich gefragt ob mir das persönlich auch passieren kann oder sogar schon passiert ist ohne, dass ich das gemerkt habe. Eine große Erkenntnis aus dem Projekt war für mich, dass ich mein Kaufverhalten vielleicht noch einmal überdenken sollte und genauer hinschaue was ich überhaupt brauche und ob mich nicht doch etwas Kleingedrucktes in die Falle treiben kann. Außerdem, dass ich bewusster meine Finanzen mithilfe eines Haushaltsbuches führe und im Blick habe. Ich sollte mich nicht selbst belügen, sondern ehrlich meine Kosten betrachten und feststellen wo ich eventuell noch sparen kann. Lieber jetzt schon ein wenig jeden Monat sparen, dann kann ich mir größere Anschaffungen auch leisten ohne in die Schulden zu geraten.
