Wir helfen Kindern in der Dritten Welt e.V.

Schülerinnen und Schüler der Georg-Kerschensteiner-Schule unterstützen Hilfsprojekt in Bolivien

Kooperation mit Fuldaer Verein "Wir helfen Kindern in der Dritten Welt e.V."

Seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 unterstützen Schülerinnen und Schüler der Georg-Kerschensteiner-Schule in Obertshausen, Kreis Offenbach, ein Kinder- und Jugendheim in Scure, Bolivien, durch die Spende ihre Pfandflaschen und -dosen. Die Pfanderträge werden über den Fuldaer Verein "Wir helfen Kindern in der Dritten Welt e.V." nach Bolivien weitergeleitet. Erster Vorsitzender dieses Vereins ist Herr Studienrat Volker Auth, Lehrer an der Georg-Kerschensteiner Schule.

In der Vergangenheit fiel auf, dass viele Schülerinnen und Schüler ihre Getränkedosen und -flaschen in den Restmülleimern ihrer Klassenräume entsorgten, anstatt sie zum Getränkehandel zurückzubringen. Da die Schule mit über 130 Lehrerinnen und Lehrern sowie über 2.300 Schülerinnen und Schülern eine relativ große Anzahl von Menschen beherbergt, wurde vermutet, dass hier ein größerer Pfandbetrag "versickert".

An dieser Stelle setzt die Initiative der Schule an: Aktuell stehen in 58 Klassenräumen Sammelbehälter für Pfandflaschen und -dosen neben den Restmülleimern. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dadurch die Gelegenheit, die Pfandflaschen zu spenden, anstatt sie dem Restmüll zuzuführen. Die leeren Flaschen werden zentral in der Schule gesammelt und von Lehrerinnen und Lehrern zum Getränkehandel gebracht. Die Pfanderträge werden über den Fuldaer Verein nach Bolivien weitergeleitet, um dort das Kinder- und Jugendheim in Bolivien zu unterstützen. Auch die Schülerinnen und Schüler selbst unterstützen das Projekt laut Auskunft der Schule mit vielen eigenen Ideen. So wurden schon Pfandflaschen in Betriebskantinen, auf Betriebsjubiläen und in Fahrschulen gesammelt und der Schule zugeführt.

Bereits seit 1964 gibt es in Sucre (Bolivien) ein Kinderheim, das von den "Hermanas de San Jose de Treviras" (St. Josef-Schwestern aus Trier) betrieben wird. Die Schwestern erkannten vor Ort die hohe Sterblichkeitsrate von Kindern und Müttern. Sie gründeten ein Krankenhaus, in dem Mütter kostenlos entbinden konnten. Zahlreiche Kinder wurden von ihren Müttern nach der Geburt jedoch im Krankenhaus zurückgelassen, weil die Familien nicht in der Lage waren, sie zu ernähren. Deshalb wurde das Kinder- und Jugendzentrum gegründet. Das Projekt ist vom Gesundheitsministerium Boliviens anerkannt, finanziert sich jedoch ausschließlich aus Spenden.

Im Säuglings- und Kleinkinderbereich befinden sich durchschnittlich 45 Kinder von 0 bis 4 Jahren. Sie werden von Ordens- und Krankenschwestern sowie Erzieherinnen betreut.

Als Faustformel ergibt sich, dass in Sucre

  • mit dem Pfandgeld von zwei Flaschen bzw. -dosen
  • ein Kind
  • einen Tag lang
  • ernährt werden kann.

Obwohl die Aktion erst im August 2017 anlief, wurden in 2017 schon Pfanderträge von über 650 € realisiert.

Daneben hat die Sammelaktion einen weiteren positiven Effekt: Die Schule nimmt an der Aktion "500 Deckel gegen Polio" teil (d.h. 500 Deckel von Pfandflaschen finanzieren eine Impfung gegen Polio >> initiiert durch Annika Schienbein, eine Schülerin unseres Beruflichen Gymnasiums >> http://deckel-gegen-polio.de/ ). Das Pfand gibt es auch für Flaschen ohne Deckel.

Das Projekt der Georg-Kerschensteiner-Schule unterstützt damit Kinder, die sich nicht selbst helfen können. Darüber hinaus sensibilisiert es Schülerinnen und Schüler in Deutschland für die Nöte anderer, fördert die Sozialkompetenz und bezieht ökologische Aspekte mit ein.