„School out!“ – was dann?

Bericht über die Berufsinformationsreihe 2009/10
(von StDin Martina Wenzel)



Jahr für Jahr stehen unsere Absolventen, die an der Georg-Kerschensteiner-Schule das Berufliche Gymnasium, die Einjährige bzw. Zweijährige Höhere Berufsfachschule besucht haben und die Schule z. T. mit der Allgemeinen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife verlassen, vor dieser Frage.

Doch der- bzw. diejenige, der/die sich dieser Situation erst dann stellt, wenn der entsprechende Abschluss geschafft ist, ist schlecht beraten. Es gilt für sich selbst das Richtige zu finden. Aber diese Entscheidung zu treffen fällt gar nicht leicht, denn nur wenige eines Jahrgangs haben mit 17 oder 18 Jahren bereits eine exakte Vorstellung, was sie einmal werden wollen. Befragt nach ihren Vorstellungen antworten viele Schülerinnen und Schüler: „ keine Ahnung!“ oder „habe mich noch nicht richtig informiert“.

Um unseren Schülerinnen und Schülern diese Entscheidung zu erleichtern, haben wir im ersten Halbjahr des Schuljahres 2009/10 zum ersten Mal eine Berufsinformationsreihe angeboten.

Da die Schülerinnen und Schüler in der Rhein-Main-Region sehr viele Möglichkeiten haben sogenannte Ausbildungs- und Studienmessen zu besuchen, wo an einzelnen Ständen vielfältige Informationsmaterialien ausliegen und auch das informative „Vier-Augen-Gespräch“ stattfinden kann, kam die Idee in der Schulleitung auf, einen anderen Weg einzuschlagen.

Kurz nach den Sommerferien wurde die Schülerschaft der 14 Klassen des Beruflichen Gymnasiums (Jahrgangsstufen 12 + 13) und die 13 Klassen der Höheren Berufsfachschule aufgefordert, sich für 3 von 10 geplanten Veranstaltungen, die in der Aula unserer Schule stattfinden sollten, gemäß individuellen Interessen einzuwählen.

Damit jeder für sich die Entscheidung treffen konnte, hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, in zusammengestellten Materialien des hauseigenen Intranets über die Präsentatoren und die vorgestellten Ausbildungsberufe bzw. Studienangebote zu recherchieren.

Schon im vergangenen Frühjahr wurden die Referenten für diese Veranstaltungsreihe aquiriert. Frau StDin Martina Wenzel, die an der Georg-Kerschensteiner-Schule zuständige Abteilungsleiterin für den Bereich Berufsschule „Wirtschaft und Verwaltung“ und Frau StDin Susanne Hausmann, Berufsschule „Ernährung“, nutzten die Kontakte zu den Ausbildungsbetrieben, um ein interessantes Spektrum zusammenzustellen.

Das Interesse der angesprochenen Unternehmen bzw. Institutionen war groß: denn es ist heute auch für die ausbildende Wirtschaft nicht immer leicht, geeignete Bewerber für die zu besetzenden Ausbildungsplätze zu finden.

Es konnten folgende Firmen und Institutionen gewonnen werden:

Banken (Sparkasse Langen-Seligenstadt, Vereinigte Volksbank Maingau, Volksbank Seligenstadt, Städtische Sparkasse Offenbach, Volksbank Dreieich, Commerzbank, Citibank), Speditionen (TNT, Dietzenbach, time matters, Logit Services GmbH, Dachser), Heraeus, Polizei Hessen, die Bundeswehr, Deutsche Flugsicherung, Deutscher Wetterdienst, Verwaltungsbehörden des Kreises und der umliegenden Städte, Franfurt School of Finance, FH Aschaffenburg, Berufsakademie Rhein-Main, die Steuerberaterkammer.

Als Berufe wurden in Einzelterminen (jeweils am Veranstaltungstag in der Zeit von 9:30 – 11:00 Uhr) folgende Ausbildungen vorgestellt: Kfm./Kffr. für Spedition und Logistikdienstleistungen, Bankkaufmann/-frau, Verwaltungsfachangestellte/r und Beamtenlaufbahnen beim Wetterdienst nebst dazugehörigen Studienangeboten in der Verwaltung bzw. beim Wetterdienst und der Ausbildungsberuf und die Weiterbildungsmöglichkeiten der/s Steuerfachangestellte/r.

Die Unternehmen Deutsche Flugsicherung und Heraeus präsentierten Ausbildung und Studienmöglichkeiten ihres Hauses, dies galt auch für die Institutionen Polizei Hessen und die Bundeswehr.

Herr Weislogel (Fa. Heraeus) mit Ausbildungscrew und Frau StDin Wenzel (GKS)


Zusätzlich rundete ein „Hochschultag“ (9:30 – 13:00 Uhr), an dem die Fachhochschule Aschaffenburg, die Rhein-Main-Akademie und die Frankfurt School of Finance vertreten waren, das Angebot ab.

Den Präsentationen schloss sich jeweils die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme mit den Unternehmen bzw. Institutionen an.

Äußerst positiv kamen bei den teilnehmenden Schülern die Präsentationen an, bei denen kurze Filme oder Spots in den Vortrag einflossen. Auch das Mitwirken von Auszubildenden der vorstellenden Unternehmen trug dazu bei, eine schülernahe Atmosphäre zu schaffen. Begeistert zeigten sich die interessierten Schülerinnen und Schüler von einem für eine der Veranstaltungen eigens durch die Auszubildenden des vorstellenden Unternehmens ausgedachten Quiz, bei dem es von den Unternehmen gestiftete Preise zu gewinnen gab.

Enrico Lange, Auszubildender der Fa. Dachser, bewirbt die Veranstaltung „Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen“


Die Veranstaltungen wurden in der Zeit von Mitte September bis Ende Januar in der Aula angeboten. Der frühe Start der Berufsinformationsreihe, bereits kurz nach den Sommerferien, war nötig, denn einige Ausbildungsbetriebe setzen ihren Bewerbungsschluss für das nächste Ausbildungsjahr bereits Mitte Oktober fest.

Deshalb war Eile geboten. Ohne die tatkräftige Unterstützung der 12er-Klassen im Ausbildungsberuf „Kaufleute für Bürokommunikation“ wäre die Durchführung dieser Veranstaltung nicht möglich gewesen. Dafür ein riesiges „Danke schön!“ Die Schülerinnen und Schüler gestalteten aktiv im Rahmen des Lernfeldes „Projekte durchführen und dokumentieren“ anhand des erstmaligen Angebots der Berufsinformationsreihe hautnah die praktische Durchführung eines Schulprojekts.

Mit großer Begeisterung entstand durch eine Schülergruppe im Vorfeld der Veranstaltung die Werbetafel, die im Foyer unserer Schule frühzeitig auf die geplante Reihe hinwies.
Eine andere Gruppe half beim Einspeisen der Materialien ins Intranet.

Werbung für die Berufsinformationsreihe 2009/10


„Ärmel hochkrempeln“ hieß es dann, als der Rücklauf der Wunscheinwahllisten der 27 Klassen eintraf. Nun mussten seitenweise Anmeldelisten für die zehn Veranstaltungen erstellt werden. Da die Nachfrage nach einigen Veranstaltungen zu groß war, wurden einige Schüler ihrer „second best-Wahl“ zugeteilt. Immerhin hatten sich knapp 1.000 Schüler für die Veranstaltungen angemeldet. Auch bei den Veranstaltungen war Mithilfe angesagt: Zwei Schüler/innen übernahmen die Einlasskontrolle, denn die angemeldeten Schüler mussten sich mithilfe des Schülerausweises legitimieren. Ein weitere/r Schüler/in wurde als Pressefotograf engagiert.

Die Meinung der Schülerinnen und Schüler, die an den Veranstaltungen teilgenommen haben, war uns sehr wichtig. Deshalb wurde die Auswertung der selbst erstellten Feedbackbögen zu einer weiteren wichtigen Projektaufgabe, die mit zunehmendem Veranstaltungsfortschritt profimäßig von der Projektgruppe abgewickelt wurde.

Die betreuende Lehrerin des Projekts, Frau Wenzel, übernahm die redaktionellen Arbeiten für die Homepage und die Betreuung und Rückkopplung mit den Präsentatoren.

Gelobt wurden von allen Referenten die professionelle Ausstattung und die Eignung der Aula für diese Veranstaltungsdurchführung. Dass alles so reibungslos klappte ist vor allem ein Verdienst unseres „technischen Personals“, insbesondere von Herrn Wiege und Herrn Geiger, denen es gelang die vorhandene Anlage zu professionalisieren. Herzlichen Dank dafür! Ein Dank gilt selbstverständlich auch unseren beiden Hausmeistern, die jeweils für eine ausreichende Bestuhlung sorgten.

Blickt man mit etwas Abstand auf die durchgeführte Berufsinformationsreihe und versucht sich in einer Bewertung, ist festzustellen, dass eine Veranstaltung in diesem zeitlichen Umfang mit hohem organisatorischen Aufwand und entsprechender Vor- und Nachbereitung verbunden ist, der sich jedoch nach Meinung sowohl der Referenten als auch der teilnehmenden Schülerschaft gelohnt hat. Diese Veranstaltung ist ein anschauliches Beispiel für praktizierte Lernortkooperation, die für alle Beteiligten ein Zugewinn darstellt: Akquise von Auszubildenden/Studienanfängern von Seiten der referierenden Unternehmen /Institutionen; aufklärende Berufs- und Studienberatung für unsere Schüler vor Ort und geleistete Praxisarbeit im Rahmen Projektplanung und –durchführung für die Oberstufe der Ausbildungsgruppe „Kaufleute für Bürokommunikation“.

Alle Beteiligten versichern – mit hohen Zustimmungsquoten (85 % lt. Feedbackbögen), dass sie eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe wünschen.